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Rua de la Disbauxa in Sitges

Freitag, 27. Februar 2009

Am Sonntag fand die berüchtigte Parade Rua de la Disbauxa in Sitges statt. Mit der Renfe ist Sitges etwa 40 Minuten weit entfernt, und Züge dorthin fahren direkt vor meiner Haustüre los, so dass eigentlich nichts dagegen sprach, sich dorthin auf den Weg zu machen. Da weder aber von den Kollegen noch von meinen beiden holländischen Mitbewohnern mich jemand begleiten wollten, bin ich allein und auch erst abends dorthin aufgebrochen, um mir die Parade anzuschauen. Im Zug war erstaunlich wenig los, und es gab auch sehr wenig verkleidete Karnevalsanhänger, so dass sich während der Fahrt meine Erwartungen schnell abgesenkt hatten.

Aus dem Zug ausgestiegen, hat sich das Bild aber schnell geändert: Viele Menschen, als alles Mögliche und Unmögliche verkleidet, alle auf dem Weg zur Parade. Dies sollte sich jedoch als gar nicht so einfach herausgestellen, da in jedem kleinen Gässchen Absperrungen aufgebaut waren, und Polizisten den Großteil der Innenstadt abgeriegelt hatten. Wir wurden dann vorbei an den unvermeidlichen Ballermann-Bars, aus denen laute, unerträgliche Party-House-Musik dröhnte (da merkt man doch die Abhängigkeit vom Tourismus) zur Strandpromenade geleitet. Jedoch dauerte es noch etliche Minuten, bis sich die Vorhut der Parade durch die schmalen Gassen der Innenstadt schlängelte, und noch länger bis der Rest der Parade folgte.

Die einzelnen Gruppen waren sehr farbenprächtig und ausgefallen gekleidet, jedoch fehlte eine einstudierte Choreographie wie am Samstag zuvor in Barcelona. Ich hatte den Eindruck, dass die Teilnehmer vor allem selbst Spaß haben wollten, und da war es eben mitunter wichtiger, Alkohol zu trinken zu haben oder Zigaretten Kette zu rauchen, als den Zuschauern eine vernünftige Vorführung zu bieten. Auch die Musik war zumeist Disko-tauglich, so dass das ganze einen Hauch von Loveparade hatte.

Da um halb elf ging bereits der letzte Zug nach Barça zurück fuhr, musste ich schon bald aufbrechen ebenso wie alle anderen Leute, die nicht bis zum ersten Zug in der Früh warten wollten.So war der gesamte Bahnsteig in einer Länge von bestimmt 300 Metern komplett überfüllt, und da der Zug auch noch Verspätung hatte, wurde das Gedrängel und die Nervosität mit der Zeit immer größer. Auch weil keinem klar war, ob denn all die vielen Leute (bestimmt über 1000) in die Zugwagons passen würden. Ich hatte dann das Glück, in einem der weniger überfüllten Wagons zu sein, das heißt, ich hatte Platz zum Stehen. Andere Wagons waren so überfüllt, dass das Sicherheitspersonal draußen die Leute umverteilen musste, bis wir abfahren konnten. Nach der Fahrt, die unerwartet ruhig und entspannt verlief, war ich froh, wieder an der frischen Luft zu sein, und nach einem kurzen Spaziergang in mein Bett zu sinken. Für das nächste Mal Sitges hab ich mir fest vorgenommen: Nur mit Freunden und viel Alkohol!