Archive for April 2009

Ende der Osterfeiern

Dienstag, 14. April 2009

Leider war es über Ostern hier sehr regnerisch, so dass ich nicht besonders viel unternommen habe. Vielleicht ein Eindruck vom Palmsonntag zuvor, bei dem ich zufällig eine Prozession von der Rambla zu einer kleinen Kirche in der Carrer de Ferran ziehen sehen. Die Erwachsenen, und vor allem die Kinder haben Palmzweige geschwenkt, und es wurden Olivenzweige an die Passanten verteilt. Schwestern haben anmutig Kirchenlieder gesungen, einfach schön, und ein Ministrant hat Weihrauchduft in den Straßen verteilt.

Palmsonntag in Barcelona

Palmsonntag in Barcelona

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Montjuïc

Montag, 13. April 2009

Ein Spaziergang auf den Montjuïc ist immer eine willkommene Abwechslung. Der Montjuïc ist neben dem Tibidabo der bekannteste Berg in Barcelona, und steigt direkt vom Hafen auf etwa 170 Meter auf. Naja, dann sollte man vielleicht besser Hügel sagen, aber in Müchen sagt ja auch niemand „Olympiahügel“, oder?

Tatsächlich ist dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt, denn entlang des Montjuïc liegen nicht nur Sehenswürdigkeiten wie das Castell de Montjuïc, der Botanische Garten, die Fundació Joan Miró, das Palau de Nacional mit dem berühmten Brunnen, sondern dort war auch der Austragungsort der olympischen Sommerspiele von 1992. Viel zu viel also, um alles an einem Tag gemütlich zu besichtigen.

Man hat jedoch einen ziemlich schönen Blick sowohl auf die Stadt als auch auf den Containerhafen, an dem immer viel los ist. Kreuzfahrtschiffe, dutzende Container- und andere Frachtschiffe, und im Minutentakt kommt ein neuer Flieger vorbei um in El Prat zu landen. Die wahren Herren der Lüfte sind jedoch die Möwen und anderen Vögel bei ihrem eleganten Spiel mit dem Wind. Unglaublich, wie sie trotz der starken Böen um die schroffen Felsen segeln.

Zum Finger Gottes

Dienstag, 7. April 2009

Am Tag darauf sind Michi und ich dann zum Montserrat aufgebrochen, dem landschaftlichen Höhepunkt in der Region um Barcelona. Der Montserrat ist ein Berg, der plötzlich aus dem Umland auf 1236 Meter aufsteigt, jedoch ist dies nicht das einzig Besondere. Der Montserrat gilt als heiliger Berg bei den Katalanen, und ist ihr berühmtests Wahrzeichen. Warum sonst würden diese sonst ihre Töchter Montserrat (wie die berühmte Opernsängerin) benennen, denn das heißt sowas wie „zersägter Berg“, und so nennt man eigentlich doch kein Mädchen!

Wir sind dann (eigentlich viel zu spät) von daheim aufgebrochen, und mit der Ferrocarrils bis nach Monistrol de Montserrat gefahren. Von dort geht eigentlich eine Zahnradbahn, die Cremallera, direkt zum Kloster, das auf etwa 700 Metern Höhe gebaut ist. Jedoch haben wir uns entschlossen, den Weg zum Kloster trotz der bereits im Frühling schon drückenden Mittagssonne zu Fuß zurückzulegen. Zum Glück ist der Aufsteig nicht besonders schwierig, und tatsächlich kamen wir nach etwa eineinhalb Stunden auf einen der asphaltierten Rundwege, die auf Höhe des Klosters rund um das Bergmassiv herumführen.

Auf einem dieser Wege sind wir zur Kapelle der heiligen Höhle, Santa Cova gewandert, dem legendären Auffindungsort der schwarzen Madonna von Montserrat. Entlang des Weges zur Kapelle gibt es einen Kreuzweg mit wundervollen Kunstwerken verschiedener Künstler, unter ihnen auch Gaudí, die einen immer wieder zum Innehalten und Bewundern verleiten. Die Kapelle schließlich ist um die Höhle gebaut, wobei der Altarraum in die Höhle hineinragt, Die Höhle scheint aber nicht besonders tief zu gehen, es ist wohl eher ein Loch im Fels. Jedoch hat sie eine gewisse sprituelle Atmosphäre, schön und heilig zugleich. Für viele Katalanen ist dies ein Pilgerort und ein Heiligtum, so findet sich auch weiter im Inneren der Kapelle einen Tisch mit zahlreichen Spruchbänder mit Fürbitten für Kranke und Verstorbene.

Im Gegensatz dazu konnten wir feststellen, dass das Kloster selbst eher ein Wallfahrtsort für Touristen, denn dort wimmelte es nur so von ihnen. Wir wollten gerne noch ein bisschen mehr vom Montserrat sehen, aber da es schon später Nachmittag war, haben wir den Anstieg auf den Gipfel sein lassen. Stattdessen sind wir noch den kurzen Weg zum Kreuz Sant Miquel gewandert, von wo aus man eine sehr schöne Aussicht auf das Kloster hat. Jedoch ist es dort oben nicht besonders angenehm, da es sehr windig ist, und nachdem uns der Wind ziemlich durchtgepustet hat, haben wir auch die Segel gestrichen, und haben uns glücklich und müde auf den Heimweg gemacht.